1946 eine niederländische Geschichte - CCG

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1946 eine niederländische Geschichte

Geschichten von gestern und vorgestern...

Ein einfaches Bild kann oft eine Geschichte erzählen ...
von Ruurd Casparie




Is this just a picture, or does it tell it a story? A Dutch viewer will immediately recognize the man in the middle: Prince Bernhard, the spouse of –at that time- Crown-princess Juliana.
This picture dates from 1946. The little boy to the right, that’s me, four years old at the time. I receive a cigar-band that was just promised to me by the Prince. My father stands smiling, one sees a part of his face. The man in the white coat is one of the doctors of Saint Anthony’s Hospital in Sneek, a Frisian provincial town, where we lived. To the left, you see some of the nurses.
But what is the story?
In May of this (2011) year, we went for a family gathering to Groningen. Afterwards, everyone goes his or her way. One of my sisters goes with husband to Sneek, our town of birth, to stay-over for a night and to pay some visits to friends. Walking around Sneek, their attention is drawn by notices about an exhibition about Saint Anthony’s Hospital in wartime. They go there and the first thing they see is a life-size picture with our father on it.
In the First World war (1914-1918) more that 600 Belgian soldiers, who fought in the trenches, were hospitalized in Sneek. But also in the Second World war, the hospital plays an important role for people who are involved. Before that war, the hospital made preparations to help eventual casualities. Mother-superior, it was a Catholic hospital, and the sisters had thought through what could happen. The hospital was, after the war started, ordered to report patients, who were seen as ‚Deutschfeindlich‘ tot he occupating forces. This, of course, was again and again rejected. Some doctors were from  time to time imprisoned in Camp Amersfoort for this attitude. The hospital also offered shelter fors ome jewish children and for American and British pilots who were shot-down during and fooddroppings and dropping of weapons fort he resistance.
This roles of the hospital were the reason fort he Royal visit in 1946. My father was before and during the war the chairman oft he board oft he hospital. He also stayed several times overnight there: there were warnings that he could be picked up by the occupator. That could have very awkward consequences. So, then he wasn’t at home, no one knew where he was.
Therefore, my father had a role at the 1946 Royal visit and I could come along. A pictures of this visit was prominent at the exhibition. As a result of a conversation of my sister with the lady who had made the exhibition, I was asked if I still had the other picture of the visit. I looked for it, found it and sent a scanned copy to Sneek, where it was added to the exhibition.
A simple picture often can tell a story….




Ist dies nur ein Bild oder erzählt es eine Geschichte? Ein holländischer Beobachter wird sofort den Herrn in der Mitte erkennen. Prinz Bernhard, den Gatten - gegenwärtig - von Kronprinzessin Juliana.
Dieses Bild stammt aus dem Jahre 1946. Der kleine Junge zur rechten, das bin ich, zu diesem Zeitpunkt 4 Jahre alt. Ich bekam eine Zigarrenbanderole, die mir vom Prinz versprochen worden war. Mein Vater stand dabei und schmunzelte, man kann einen Teil seines Gesichts erkennen. Der Herr in dem weißen Mantel ist einer der Ärzte aus dem Saint Anthonys Krankenhaus in Sneek, einer friesischen Provinzstadt, in der er lebte. Zur linken sieht man einige der Krankenschwestern.
Aber worin besteht jetzt die Geschichte?
Im Mai diesen Jahres (2011), kamen wir zu einem Familientreffen nach Groningen. Danach ging jeder seines Weges. Eine meiner Schwestern fuhr mit ihrem Mann nach Sneek, unserer Geburtsstadt, um dort zu übernachten und Freunde zu besuchen. Beim Bummeln durch Sneek bemerkten sie Ankündigungen über eine Ausstellung über das St. Antonys Krankenhaus zu Kriegszeiten. Sie gingen dorthin und das Erste, was sie sahen, war ein lebensgroßes Bild unseres Vaters.
Im 1. Weltkrieg (1914-1918) kamen mehr als 600 Belgische Soldaten, die in den Schützengräben gekämpft hatten, in das Krankenhaus in Sneek. Auch im 2. Weltkrieg spielte das Krankenhaus eine wichtige Rolle für die Betroffenen. Vor diesem Krieg traf das Krankenhaus Vorbereitungen, um „für alle Eventualitäten gerüstet zu sein".
Gott sei Dank war es ein katholisches Krankenhaus und die Schwestern hatten durchdacht, was alles geschehen könnte. Nach Kriegsbeginn wurde das Krankenhaus angewiesen, alle Patienten an die Besatzungsmächte zu melden, die als „deutschfeindlich" galten. Das wurde jedoch mehrere Male abgelehnt. Einige Ärzte wurden wegen dieser Haltung von Zeit zu Zeit in Camp Amersfoort (Gefängnis) festgehalten. Das Krankenhaus bot außerdem Unterschlupf für jüdische Kinder und für Amerikanische und Britische Piloten, die niedergeschossen worden waren, weil sie der Wegen dieser Haltung erhielt das Krankenhaus im Jahre 1946 königlichen Besuch. Mein Vater war vor und während des Krieges Geschäftsführer des Krankenhauses. Er blieb dort auch einige Male über Nacht, weil es Warnungen gab, dass er von den Besatzern aufgegriffen werden könnte.  Das hätte schreckliche Konsequenzen haben können. So war er nicht zu Hause und niemand wusste, wo er war.Widerstands-bewegung Lebensmittel und Waffen zukommen ließen.
Deshalb spielte mein Vater auch beim Besuch des Königs im Jahre 1946 eine Rolle und ich durfte mit. Die Bilder dieses Besuches standen bei der Ausstellung im Zentrum des Interesses. Da sich meine Schwester mit der Dame, die die Ausstellung organisierte unterhielt, wurde ich gefragt, ob ich das andere Foto des Besuches noch hätte. Ich schaute nach, fand es und sandte eine eingescannte Kopie nach Sneek, wo sie der Ausstellung hinzugefügt wurde.
Ein einfaches Bild kann oft eine Geschichte erzählen ...

 
 
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